Presseberichte

Bundesminister Gröhe in Hanau zu Gast beim Förderverein Palliative Patienten-Hilfe

Bundesminister Gröhe in Hanau zu Gast beim Förderverein Palliative Patienten-Hilfe

Bundesminister Gröhe in Hanau zu Gast beim Förderverein Palliative Patienten-Hilfe

Für den 19.10.2015 erwartet der Förderverein Palliative Patienten-Hilfe e.V. in Hanau hohen Besuch aus Berlin: Der Bundesminister für Gesundheit Dr. Hermann Gröhe folgt seiner Einladung zu einem Podiumsgespräch über die Palliativversorgung in Hanau. Der Kontakt für diese Veranstaltung, zu der auch zahlreiche Vertreter der Politik erwartet werden, wurde durch Frau Dr. Katja Leikert MdB hergestellt.

Herr Bundesminister Gröhe möchte sich anlässlich dieses Gespräches über die palliative und hospizliche Versorgung vor Ort informieren. Hier kann das Hanauer Netzwerk für palliative Patientenhilfe auf einige Jahre erfolgreicher Aufbauarbeit zurückblicken. Das Ziel, Menschen mit einer fortgeschrittenen Erkrankung und begrenzter Lebenserwartung eine erträgliche, weitestgehend symptomfreie Lebensqualität zu ermöglichen, konnte in vielen Ansätzen realisiert werden. Beispielgebend ist dabei die Arbeit im Hospiz Louise de Marillac, im Palliativ-Care-Team Hanau und in der Palliativstation des St.-Vinzenz-Krankenhauses. Eingebunden ist deren Arbeit in ein sich ergänzendes Netzwerk, welches von engagierten Haus- und Fachärzten, von Seelsorgern, Therapeuten, ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen, Behördenvertretern und Beratungsstellen getragen wird. Das Palliativ- und Hospiznetz Hanau wird maßgebend durch den Förderverein unter Vorsitz von Frau Dr. Haas-Weber gefördert. Es trat schon oft mit Themen rund um die Versorgung Schwerstkranker an die Öffentlichkeit. Aus der täglichen Arbeit der Netzwerkmitglieder in der Behandlung, Beratung und Begleitung von Kranken und deren Angehörigen konnte ein Erfahrungsschatz gewonnen werden, der für die politische Diskussion oft wertvolle Beiträge liefert.

So sollen auch anlässlich des Termins mit Herrn Bundesminister Gröhe nicht nur bereits Erreichtes dargestellt werden, sondern vor allem Zeichen in der aktuellen Diskussion um die Palliativversorgung gesetzt werden. Hintergrund ist die immer noch ungleiche Versorgungslage Schwerstkranker. Es wurde viel in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) getan, welche einen definierten Kreis von Schwerstkranken und Sterbenden erreicht. Demgegenüber gibt es in der Allgemeinen Ambulanten Palliativversorgung (AAPV), die mit ca. 80% der Patienten den ungleich größeren Anteil stellt, noch erhebliche Versorgungslücken.

Ein zentraler Punkt der Veranstaltung wird auch das geplante Hospiz- und Palliativgesetz sein, welches derzeit parlamentarisch beraten wird und zu deutlichen Verbesserungen führen soll. Im Rahmen des Gesprächs mit Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe wird zu diskutieren sein, inwiefern dies aus Sicht der Praktiker gelingen kann und wo weiterer Handlungsbedarf besteht.

Ein Punkt wird hier der Mangel in der allgemeinen Palliativversorgung an Ärzten und ambulantem Pflegepersonal sein. In ähnlicher Weise setzt sich dieses Problem in stationären Pflegeeinrichtungen fort. In deren Häusern herrscht aktuell oft eine schlechte Versorgungslage durch Haus- und Fachärzte. Laut der Entwurfsvorlage sollen nun die Einrichtungsträger verpflichtet werden, selbst für eine bessere ärztliche Versorgungslage zu sorgen, wozu die Betreiber gar keine Möglichkeiten haben. Schließlich muss aus Sicht der Träger dem Umstand Rechnung getragen werden, dass immer mehr Menschen ihre letzten Tage bis zum Tod nicht zu Hause, sondern in Krankenhäusern und stationären Pflegeeinrichtungen verbringen. Insbesondere in Altenhilfeeinrichtungen verursacht die immer kürzere Verweildauer der Bewohner zunehmend Probleme. Hier ist für die letzte Lebensphase aus Sicht von Netzwerk und Förderverein dringend eine Anpassung des Pflege-Personalschlüssels erforderlich.

Die einzelnen Mitglieder des Netzwerkes wie auch der Förderverein bringen in die Diskussion aus ihrer Erfahrung heraus eigene Vorschläge ein, die sie in einem Gesprächspapier zusammen gestellt haben. Mit Blick auf die politischen Möglichkeiten freuen sich Frau Dr. Haas-Weber wie auch die Mitglieder des Fördervereins und des Netzwerkes in besonderer Weise auf das Gespräch mit dem Bundesminister und den Vertretern der Politik.

Der Vorstand des Fördervereins (Frau Dr. Maria Haas-Weber, Herr Dr. Uwe Jander-Kleinau, Herr Volker Klug und Herr Ralf Schilling) bedanken sich bei Herrn Gröh für die tolle Veranstaltung.

Fotos: © Stephan Hoffmann

Positionspapier

des Fördervereins für Palliative Patienten-Hilfe Hanau e.V. und des Palliativ- und Hospiznetzwerkes Hanau anlässlich des Besuches des Bundesministers für Gesundheit, Herrn Dr. Hermann Gröhe in Hanau

Download Positionspapier (PDF)