Fachkundiges Expertenteam für Menschen mit palliativem Versorgungsbedarf etabliert
Das Schloss Meerholz und die ihm angeschlossenen Häuser bieten Menschen mit unterschiedlichstem Pflegebedarf eine Versorgung und ein Zuhause an. 195 Plätze in der Altenpflege und weitere 79 Plätze in der „Jungen Pflege“ für Menschen unter 65 Jahren mit schweren neurologischen Schädigungen gewährleisten eine größtmögliche Bandbreite, um auf die jeweiligen Bedürfnisse eingehen zu können.
Die diakonische Einrichtung der Inneren Mission Frankfurt ist unter der Leitung der Geschäftsführerin Andrea Behrens stets auf der Suche nach der bestmöglichen Betreuung für die ihr überantworteten Menschen. So war es nur folgerichtig, dass in den Häusern der Pflegeeinrichtung nunmehr ein Expertenteam für Palliative Pflege (kurz: EPP-Team) aufgebaut wurde. Es hat sich erwiesen, dass solche EPP-Teams eine deutliche Verbesserung der Pflegesituation bewirken und eine wegweisende Antwort sind auf die aktuelle Situation, die durch Personalmangel und sich ständig verschlechternde Rahmenbedingungen geprägt ist.
Statistiken zeigen, dass ein Wechsel in die stationäre Pflegeeinrichtung meist erst in der allerletzten Lebenszeit erfolgt. Dementsprechend versterben rund 20 Prozent der Menschen bereits innerhalb der ersten vier Wochen nach dem Einzug ins Pflegeheim, nahezu ein Drittel der Menschen verstirbt dort innerhalb der ersten drei Monate. Das ist eine Entwicklung, auf welche die Personalbemessung der Pflegeeinrichtungen nicht ausgelegt ist.
Das Konzept der Einführung von EPP-Teams wurde vom Förderverein Palliative Patientenhilfe unter Leitung der Haus- und Fachärztin Dr. Maria Haas-Weber entwickelt und erprobt. Geschäftsführerin Andrea Behrens und die Teamleiterin Bärbel Schmidt haben dieses Konzept auf die Erfordernisse im Bereich von Schloss Meerholz und den ihm angeschlossenen Häusern abgestimmt und eine umfassende Versorgung durch eigens geschulte Fachkräfte auf den Weg gebracht.
Dabei konnten Frau Behrens und Frau Schmidt auf den sachkundigen Rat aus dem Netzwerk für die Palliativversorgung zurückgreifen: Vorbildgebend sind die bereits in den kommunalen Pflegeeinrichtungen des Main-Kinzig-Kreises sehr erfolgreich etablierten EPP-Teams. Diese arbeiten unabhängig von der regulären Pflege, zeichnen sich durch hohe fachliche Qualifikation aus und sind rund um die Uhr für Ärzte, Angehörige und alle weiteren Beteiligten zuverlässig erreichbar.
Die jeweiligen Teams pflegen untereinander einen besonders engen Austausch und sind wiederum Teil eines Netzwerkes von Versorgern und Betreuern, zu dem Haus- und Fachärzte, ambulante und stationäre Dienste, Therapie und Seelsorge wie auch der Förderverein gehören. Die Netzwerkmitglieder unterstützen die EPP-Teams in deren individueller Planung für die zu betreuenden Menschen.
Die Startphase in Meerholz wird konzeptionell und finanziell maßgeblich durch den Förderverein unterstützt, der dies seinerseits aus ihm zugehenden Spenden refinanziert.
Wie Teamleiterin Bärbel Schmidt bekundet, könnte der weitere Auf- und Ausbau des EPP-Teams in Meerholz noch ein paar sachkundige und engagierte Fachkräfte gebrauchen, die sich mit palliativer Versorgung auskennen und diese fortentwickeln möchten. Kontaktdaten und Näheres zu den Pflegeeinrichtungen Schloss Meerholz unter https://www.schloss-meerholz.de/.
Andrea Behrens, Bärbel Schmidt und der Förderverein Palliative Patientenhilfe Hanau verbinden mit der in Gang gesetzten Entwicklung die Hoffnung, dass die Pilotphase in einigen Monaten beendet werden kann: „Wir sind guter Dinge, dass diese wegweisende Form der Betreuung und Versorgung alter, schwerstkranker und spezieller Pflege bedürftiger Menschen auch im Schloss Meerholz schon bald zu einer etablierten Versorgungsleistung geworden sein wird!“
Das beigefügte Foto zeigt ein Austauschtreffen der Expertenteams für die palliative Pflege, von l. nach r.: Bärbel Schmidt, Susanne Bachmann, Andrea Behrens, Ulrich Krechel, Silvia Fuß.


